Beiträge vom Dezember, 2007

Bärs Bildwelt

Donnerstag, 27. Dezember 2007 17:54

“Herr Bär, Sie sollten eine Momentaufnahme vom Busfahrerstreik malen?”

Bär: “Jojo”.

“Aber wieso entschieden Sie sich für eine Nachtansicht? Nachts fahren doch gar keine Busse!”
Bär: “Natürlich nit. Da können ja auch gar keine Busse fahren. Die Busfahrer sin ja am streiken”.

“Aber Herr Bär, doch nicht nachts, wenn sowieso keine Busse fahren!”

Bär: “Also, wenn die nit am streiken sin, dann liegen die Busfahrer nachts em Bett un sin am schlafen. Deswegen sieht man auf dem Bild keinen Bus. Dat is alles richtig jemalt. Ohne Bus.”

“Aber das Bild heißt doch nicht ‘Busfahrerstreik bei Nacht’?”

Bär. “Enä, dat Bild heißt ‘Glaskörpertrübung’. Wenn de em Auge eine Glaskörpertrübung häs, dann siehste bei Dämmerung und Dunkelheit alles wat undeutlicher. Deswegen is da auch so ein diffuser Nebel en dä Bildmitte. Tagsüber siehste widder alles klar, un dann is auch dä Nebel weg”.

“Und dann fahren auch wieder Busse?”

Bär. “Enä! Die Busfahrer sin doch am streiken!”

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Ausgabe Nr. 61 - Zugabe

Donnerstag, 20. Dezember 2007 13:13

“Herr Bär, zur neuen Ausgabe von ‘bär aktuell’ gibt es als Bonus ein Bild von Ihnen zu sehen?”

Bär: “Jojo, weil Weihnachten is. Da bin ich immer wat milde jestimmt. Deswejen jibt et jetzt eine Illustration zu einem ‘ Western zum Mitreiten ‘ zu sehen!”

“Ohne Pferde, Herr Bär?”

“Die Pferde sind gerade in Aachen bei däm Reit- und Springturnier vum däm Michael Mronz. Dä organisiert dat Turnier.”

“Das ist doch der Lebenspartner vom Guido Westerwelle?”

Bär: “Ija, jenau. Deswejen bin ich ja auch op dat Wildwest-Motiv jekommen. Die Küste der Westfriesischen Inseln gilt nämlich als Paradies für Wellenreiter. Da jibt et für die Surfbrett-Fans ‘ Wellen zum Mitreiten’. Die nennt man ‘Westerwelle’.”

“Aber Herr Bär, das ist doch ein blöder Kalauer!”

Bär: “Enä, dat sind die Westfriesischen Inseln. Deswegen sind dat Westerwellen. Euch muss man aber auch jede Pointe erklären!”

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Ausgabe Nr. 61

Donnerstag, 20. Dezember 2007 13:06

Verarmungsängste und sprachliche Fehlleistungen

Verarmungsängste ließ Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn durchscheinen, und zwar mit seiner Antwort auf die Frage, ob die deutschen Manager zu viel verdienten. Mehdorn bejahte die Frage nämlich keineswegs, sondern er quittierte sie einigermaßen störrisch und mit dem in seinen Kreisen üblichen Gejammer, er jedenfalls bekäme drei Viertel seines Gehaltes nur erfolgsorientiert ausgehändigt. Würde der DB-Aufsichtsrat aber tatsächlich jedes Mal, wenn in den Bahnhöfen eine Rolltreppe defekt ist, der Aufzug zum Bahnsteig nach schalem Bier oder Urin stinkt, und außerdem die Züge Verspätung haben (Standardausrede: „Wegen einer Betriebstörung“) dem verantwortlichen Ober-Boss Hartmut Mehdorn gnadenlos bei jeder Panne 100 Euro von seinem Gehalt abziehen, dann könnte der sich wahrscheinlich kein warmes Mittagessen mehr leisten und würde stattdessen bei der Bahnhofsmission um einen Teller Suppe anstehen müssen. Oder er würde nach Feierabend auf irgendwelchen Senioren-Butterfahrten den Insassen eines Ausflugsbusses Heizdecken aufzuschwatzen versuchen. Aber Hand aufs Herz, wer würde Hartmut Mehdorn schon eine Heizdecke abkaufen? „Die funktioniert bestimmt genauso wenig wie die Rolltreppen auf Ihren Bahnhöfen!“ bekäme er dann nämlich zu hören, oder vornehm ausgedrückt: Auch Mehdorns Heizdecken unterstellte man dann eine „Betriebsstörung“.

Einem Marketing-Deppen kam der bizarre Einfall, die „Zielgruppe“ der knapp über Fünfzigjährigen neuerdings als „junge Senioren“ bezeichnen zu müssen, weil das eben (noch) nicht nach „Heizdecken-Generation“ klingt, sich aber dennoch reichlich bekloppt anhört, ebenso wie die sprachliche Beschönigung des Wortes „Unterschicht“ durch die gleichbedeutende Vokabel „Prekariat, was allerdings manche Politiker schon zu dem fatalen Irrglauben verleitete, in Deutschland gäbe es gar keine „Unterschicht“, sondern nur ein „Prekariat“.

Herr Bär trauert derweil dem unnachahmlichen Edmund Stoiber nach, denn in höchstem Maße irrlichternd war doch dessen Erklärungsversuch zum Sinn der geplanten Transrapid-Verbindung vom Münchener Hauptbahnhof zum Flughafen, der hier noch mal im O-Ton ungekürzt zitiert wird: „Wenn Sie vom Flug, vom Hauptbahnhof starten. Sie steigen in den Hauptbahnhof ein. Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen. Dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München.“ Irgendwie ist es doch schade, dass der Mann jetzt weg vom Fenster ist, denn sein Nachfolger Günter Beckstein fiel bislang nur durch den Versuch auf, handfesten Realitätssinn zu demonstrieren: Schon bevor er in die Politik gegangen sei, habe er, Beckstein, gewusst, dass man dort nicht reich werden könne, was sich freilich ein bisschen masochistisch anhörte, so dass Herr Bär nun bangt, auch Günter Beckstein fände sich womöglich demnächst zur Suppenausgabe bei der Bahnhofsmission ein, oder er müsse ebenfalls nebenher Heizdecken an „junge Senioren“ verkaufen, um mit seinem kargen Gehalt als bayerischer Ministerpräsident einigermaßen über die Runden zu kommen.

Da hat es Boris Becker schon besser, der von Event-Agenturen als VIP der Kategorie „A“ geführt wird und daher beim Münchener Oktoberfest im Zelt von „Feinkost Käfer“ am Promi-Stammtisch Platz nehmen darf, gleichwohl gerade dort einem TV-Reporter verriet, jeden Abend würde er sich das nicht antun wollen, während Hartmut Mehdorn das Münchner Oktoberfest wohl vor allem deswegen meidet, weil man ihn sonst ausgerechnet dort andauernd fragen würde: „Sagen Sie mal, wieso riecht es in den Aufzügen zu Ihren Bahnhöfen eigentlich immer so nach schalem verschütteten Bier?“ Im Vergleich zum Gegröle auf dem Oktoberfest ist die Bahnhofsmission zwar ein ruhigerer Ort, aber auch dort wäre Mehdorn beim Suppelöffeln vor kritischen Fragen nicht sicher, weshalb man eigentlich annehmen müsste, er würde alle Anstrengungen unternehmen, den erfolgsorientierten Teil seines Gehaltes in voller Höhe ausbezahlt zu bekommen. Herr Bär jedenfalls beantwortet die Frage, ob deutsche Manager zu viel verdienen, uneingeschränkt mit „Ja“.

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Bild des Monats

Donnerstag, 6. Dezember 2007 11:11

Bahnhofsmysterien 72“Sagen Sie Herr Bär, Sie haben eine Dampflokomotive gemalt?”

Bär: “Jojo, dat Bild hab ich jemalt, als neulich die Elektroloks gestreikt haben. Wenn man ausjerechnet dann verreisen wollte, musste man ja eine Alternative haben…”

“Aber Herr Bär, da verwechseln Sie wohl etwas! Nicht die Loks, sondern die Lokomotivführer haben gestreikt!”

Bär: “Jo? Ehrlich? Dann hätt ich ja auch eine Elektrolok malen können!”

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