Beiträge vom Februar, 2008

Ausgabe Nr. 63

Montag, 18. Februar 2008 10:01

Von Erbsenzählern und Briefmarkensammlern Was macht eigentlich der Präsident der Bundesanstalt für Ernährung den ganzen Tag? Entwickelt er etwa neue Rezepte für einen „Deftigen Gemüseeintopf à la Horst Seehofer“ oder stellt er mit Fortüne und Raffinesse ein Menü für ein Staatsbankett zusammen? Mitnichten! Der Präsident höchstselbst macht die Endkontrolle beim Erbsenzählen. Damit wir genau wissen, wie viele Erbsen im EU-weiten Statistik-Vergleich in einer Konservendose sind. Das Erbsenzählen selbst haben rumänische Leiharbeiter übernommen, die sind billiger als einheimisches Personal. Die Endkontrolle bei der Gesetzgebung macht bekanntlich der Bundespräsident, und schon werden Rufe laut, man möge sich die betriebswirtschaftlich effiziente Personalpolitik der Bundesanstalt für Ernährung zum Vorbild nehmen und unsere Bundestagsabgeordneten durch rumänische Leihparlamentarier ersetzen, die seien billiger. Oder man verlegt den Bundestag gleich nach Rumänien, womöglich gäbe es dafür auch noch Subventionen.

Ziemlich blöd hat sich ja der Post-Chef Klaus Zumwinkel angestellt. Für das Geld, das er mutmaßlich und heimlich nach Liechtenstein geschleppt haben soll, weswegen er nun nicht mutmaßlich, sondern real die Steuerfahndung an der Backe hat, hätte er sich doch lieber eine Briefmarkensammlung zugelegt. Aber Hand aufs Herz: Kann man sich allen Ernstes vorstellen, dass ein dynamisches Alpha-Wesen wie Klaus Zumwinkel abends brav und lammfromm zu Hause sitzt und sich gemütlich mit der Lupe seine Briefmarken anschaut, während zur gleichen Zeit seine nicht den Hals voll kriegenden Kollegen aus der Managerkaste in eisiger tiefschwarzer Nacht auf holprigen alpinen Schmugglerpfaden ihre schweren Geldkoffer über die liechtensteinische Grenze schleppen, und wenn sie dann trotz der Kälte durchgeschwitzt und kurzarmig nach all der Plage mit der Schlepperei quer übers Gebirge, hundemüde, mit schweren Beinen und mit einem gehörig schmerzenden Muskelkater in den Armen endlich die Geldwaschanlage erreicht und eine Kontonummer bekommen haben, dann erscheint ihnen dieser Ort als das wahre Paradies auf Erden (deswegen heißt es umgangssprachlich auch „Steuerparadies“). Aber Briefmarkensammeln, das tut ja nur der gemeine Schalterbeamte bei der Post (er sitzt ja an der Quelle), nicht jedoch das drahtig-dynamische Personal in der Führungsetage, die spielen lieber Golf oder kreuzen mit ihrer Segelyacht über die Bigge-Talsperre. Briefmarkensammeln ist denen viel zu popelig.

So ist es denn auch kaum vorstellbar, dass nach Feierabend ausgerechnet der markige Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn zu Hause auf dem Bauch liegt und im Wohnzimmer versonnen mit einer Märklin-Eisenbahn spielt. Wahrscheinlich muss der Mehdorn stattdessen im Haushalt mithelfen und seiner Frau beim Erbsenzählen zur Hand gehen, denn die sogenannten Top-Verdiener gelten ja als geizig und misstrauisch. Sie leiden fürchterlich unter der Paranoia, man würde sie dauernd bescheißen: so enthielte zum Beispiel eine Konservendose viel weniger Erbsen als auf dem Etikett angegeben, da müsse man immer gewissenhaft nachzählen. Das ist natürlich blanker Unsinn. Schließlich gibt es ja eine Endkontrolle beim Erbsenzählen in der Bundesanstalt für Ernährung. Aber in diesen Kreisen glaubt man allen Ernstes an solche Bescheiß-Nummern. Der Klaus Zumwinkel z.B. soll sich von seinen Liechtenstein-Touren jedes Mal eine Palette Erbsendosen mitgebracht haben, weil die erstens dort billiger sind und weil man in seinen Kreisen glaubt, die Liechtensteiner hauen einen nicht übers Ohr, was die Zahlenangabe über die Erbsen in der Dose angeht. Aber dass der Zumwinkel dann aus alter Gewohnheit die Palette mit Erbsendosen auch noch nachts über einen holprigen Schmuggelpfad nach Deutschland geschleppt haben soll, das hat sich als Falschmeldung entpuppt.

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Bild des Monats

Freitag, 1. Februar 2008 19:30

“Herr Bär, Sie haben einen Matrosen gemalt, der sein Schiff sucht?”

Bär: “Jojo, dä Matrose hat sich verlaufen. Jetzt steht dä irgendwo in Rommerskirchen herum un kann dat Schiff nit finden”.

“Wieso denn nicht? So ein großes Schiff kann man doch nicht übersehen?”

Bär: “Jojo, normaler- weise is dat so. Aber Rommerskirchen hat gar keinen Hafen!”

“Wie ist der Matrose überhaupt nach Rommerskirchen gekommen?”

“Mit dä Bahn. Man sieht ja noch dat Bahnsignal am Bahnhof von Rommerskirchen. Eigentlich wollte der Matrose ja nach Rotterdam. Ich finde ja nit, dat sich Rommerskirchen phonetisch so ähnlich anhört wie Rotterdam, aber dä Matrose schon. Un deswejen dat dä sich jetzt in Rommerskirchen verlaufen”.

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