Beiträge vom April, 2008

Ausgabe Nr. 64

Mittwoch, 16. April 2008 11:10

Eltern, die zur Schrulligkeit neigen, müssen sich nicht wundern, wenn ihre Kinder später darunter zu leiden haben, auf allzu seltsame Vornamen getauft worden zu sein. Solch ein reichlich verschrobenes Elternpaar im Süddeutschen hat sich die Marotte zugelegt, allen seinen Kindern mindestens vier Vornamen zu verpassen. Das erste Kind heißt somit Caris-Celina-Yasmin-Naomi, und die Namensgebung ist das Ergebnis einer anscheinend ziemlich wohlüberlegten und höchst zähen Auswahl aus dem Namensregister, wofür die Eltern nämlich sage und schreibe volle drei Jahre brauchten, bis sie alle vier Namen beisammen hatten und der Eintrag ins Standesamtsregister endlich vollzogen werden konnte.

Das zweite Kind bekam dann allen Ernstes die Namen Lara-Latizia-Tifany-Alisa verpasst, und die Eltern betonen stolz, ihre Kinder würden sie auch mit allen Vornamen rufen: „Lara-Latizia-Tifany-Alisa, du sollt es sein lassen! Caris-Celina-Yasmin-Naomi, mach dich nicht schmutzig!“ Unlängst wurde nun das dritte Kind geboren, und man ahnt es, die absonderlichen Eltern haben sich 14 Monate nach der Geburt immer noch nicht auf alle vier Vornamen einigen können. „Karl-Gutfried-Jonathan-Lorenz“ kommt grundsätzlich nicht in Frage, dann würden im Kindergarten oder in der Schule die Altersgenossen das Kind womöglich „Kalli“ rufen, wovor die Eltern sich zutiefst grausen. Rainer Calmund heißt zwar nicht „Karl“ mit Vornamen, trägt aber trotzdem den Spitznamen „Calli“, und das wäre wohl selbst dann der Fall, wenn er Rainer-Gutfried-Jonathan-Lorenz Calmund hieße. Abschreckend ist aus Sicht der geplagten Eltern ebenfalls das Beispiel von Hans-Hubert Vogts, der als Fußballtrainer selbst im fortgeschrittenen Alter von 60 Jahren von der Presse immer noch als „Berti“ apostrophiert wird. Paris Hilton ist angeblich nach dem Ort benannt, an dem sie gezeugt wurde, aber wer sein Kind nach diesem Prinzip dann „Offenbach-Biblis-Rüsselsheim-Aschaffenburg“ nennt, der lässt durchblicken, dass bei der Planung seiner Flitterwochenreise die Romantik gewiss nur eine geringe Rolle gespielt hat, wie jeder bestätigen kann, der mal eine Hochzeitsreise nach Rüsselsheim gemacht hat.

Die Tendenz geht daher bei dem dritten Kind des wunderlichen Elternpaares derzeit in Richtung „David-Laurin-Rafael-Julian“, doch einig sind die Eltern sich bisher nur in Sachen „David“, wie die Presse zu wissen glaubt. Immerhin. Die drei anderen Namen sind also noch völlig offen, da nämlich bei Julian immerhin die große Gefahr bestünde, dass die Nachbarskinder beim Fußballspielen einfach abkürzenderweise „Juli, gib den Ball her“ über den Bolzplatz brüllen. „August“ ginge auch nicht, da man hier weniger an den römischen Kaiser als Namenspatron des Sommermonats denkt, sondern an die Clownsfigur des „dummen August“ im Zirkus, wobei aber heute kaum noch einer weiß, dass Kaiser Augustus dem Februar einen Tag geklaut und jenem Monat angehängt hat, der seinen Namen trägt, so dass nicht nur der Juli, sondern ebenso der darauffolgende Monat August 31 Tage haben. So etwas zu wissen hilft jedoch bei der Namensgebung für den Nachwuchs allerdings nicht wirklich weiter.

Weil jedoch nach Vorschrift der Behörden ein Eintrag beim Standesamt bereits vier Wochen nach der Niederkunft erfolgt sein muss, bekam das wunderliche Elternpaar inzwischen diverse Zwangsgeldbescheide zugestellt und zudem den behördlichen Rat erteilt, sie mögen doch bitteschön mal eine psychosoziale Beratungsstelle aufsuchen, worauf dem Vater schwante: „Die meinen, wir sind nicht ganz dicht“.

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Bild des Monats

Dienstag, 15. April 2008 11:53

Herr Bär, Sie haben die Kölner Natur gemalt?”

Bär: “Jojo, im Vordergrund sieht man deutlich ne Ausschnitt vum Stadtwald”.

“Das sieht aber sehr nach Wildwuchs aus?”

Bär: “Jojo, ävver dat musste nit mir sagen, sondern denne Kraate em Grünflächenamt. Die sin widder ze fuul, um mal dat Unkraut zu jäten. Typisch Stadt Köln. Ävver dä Fritz Schramma hat ja jetzt die Aktion ‘Kölle putzmunter’ ins Leben gerufen. Da fahren lauter Freiwillige als Putzkolonne in dä Stadtwald, um dat wildwuchernde Unkraut ze jäten. Die sin schon unterwegs. Die sitzen jetz all en dä Straßenbahn.”

“Und der schneebedeckte Berg im Hintergrund?”

Bär: “Dat is dä Drachenfels im Zustand vor der Gletscherschmelze. Später han se dä Gletscher avgeschmolze, um am Drachenfels ‘ne Steinbruch anzulegen, weil se Basaltsteine för dä Kölner Dom da raushauen wollten. Un die Basaltsteine han se dann met denne Kähne nach Köln transportiert, die da am Rheinufer rumliegen, direkt neben dä Straßenbahnlinie.”

“Die Kähne liegen da aber sehr unordentlich herum!”

Bär: “Jojo, manchmal parken die ihre Kähne sogar mitten auf den Schienen. Dann muss die KVB den Colonia Abschleppdienst anrufen… Aber in Köln is ja alljemein bekannt, dat die Linie 11 immer Verspätung hat, weil da meistens ne Rheinkahn op denne Schiene erömlitt.”

“Auf Ihrem Bild aber nicht, Herr Bär”.

Bär: “Ich hab dat ja jemalt, wie dä Colonia Abschleppdienst gerade mit dem abgeschleppten Kahn wegjefahren is. Da bin ich ze spät jekommen, um dä Abschleppwagen mit op dat Bild ze kriegen. Weil die Linie 11 wieder Verspätung hatte.”

“Wegen dem Kahn auf den Schienen?”

Bär: “Enä! Weil einer von den Freiwilligen aus dä ‘Kölle putzmunter’-Kolonne en dä Bahn us Jux un Dollerei de Notbremse jetrocke hätt!!

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