Beiträge vom Juni, 2008

Bild des Monats

Sonntag, 22. Juni 2008 10:00

“Herr Bär, Sie haben einen Fluss mit niedrigem Wasserstand gemalt?”

Bär: “Jojo, bei däm niedrigen Wasserstand braucht man eigentlich die Brücke janit. Da kannste einfach so mit hochgekrempelten Hosenbeinen durch dat Wasser waten.”

“Und wieso hat man die Brücke trotzdem gebaut?”

Bär: “Et könnt ja auch mal Hochwasser kommen. Man weiß et ja nit.”

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Ausgabe Nr. 66

Sonntag, 15. Juni 2008 9:59

Bericht aus Braunschweig Wo findet man den Slogan „Ein Reicher ist niemals zufrieden, aber ein Zufriedener ist immer reich“? Etwa in goldenen Lettern als Portalinschrift des Schweizerischen Bankvereins? Mitnichten! In einem Infokasten neben dem Haupteingang des Braunschweiger Doms! Hm, hm, nun ja, aber was soll ausgerechnet dieser Plakattext bei den innere Einkehr und Buße Suchenden bewirken, so fragte sich Herr Bär etwas ratlos und kam nach einigem Nachdenken dann doch noch zu einer schlüssigen Antwort: Reichliche Spenden in den Opferstock natürlich. „Modernes Kirchenmarketing“ nennt man das heute.

Manchmal recyclen sie fürs Kirchenmarketing auch Werbesprüche, die der Schweizerische Bankverein vorher rigoros abgelehnt hat, weil irgendeiner dieser cleveren und knallwachen „Gnome von Zürich“, wie man die Bosse des Schweizerischen Bankvereins umgangssprachlich auch nennt, in der Vorstandssitzung den Daumen konsequent nach unten senkte: „Meine Herrli Vorstandskollegeli, ich bitte Sie! Mit einer paradoxen Aussage für Bankgeschäftli zu werben war vor dreißig Jährli mal gang und gäbe, aber in unseren Tagen ist das weder kreativ noch originell!“

Wie wahr, wie wahr, abgesehen mal von dem komischen Deutsch, dass sie in der Schweiz zu sprechen pflegen. „Steuerflüchtli“ hört sich ja irgendwie putziger an als „Steuerflucht“, weswegen „die Reichen“ (BILD-Zeitung) oder „die Reicheli“ (Neue Zürcher Zeitung) sich in ihrer Unzufriedenheit in der auch ansonsten putzigen Schweiz höchst willkommen fühlen, nicht aber im Braunschweiger Dom, wo man ihre heuschreckenhafte Gier und Unzufriedenheit in einem Infokasten neben dem Hauptportal mit Bibelzitaten geißelt.
Bis Braunschweig hat sich allerdings noch nicht herumgesprochen, welch harsches Urteil man im wachen Vorstand des Schweizerischen Bankvereins über paradoxe Wortspiele in der Werbung zu fällen pflegt, denn dort in Niedersachsen residiert ein unbeholfener Werbedepp, der jüngst den Auftrag erhielt, für das berufliche Wirken eines Grundstücksmaklers mit einem zündenden Slogan Reklame zu machen. Und was fiel diesem schnarchigen tumben Werbeheini dazu ein? Ein Paradoxon! Nämlich die Zeile: „Wir bewegen Immobilien“.

Oh heilige Einfalt! Das darf doch nicht wahr sein! Als Herr Bär den Einwand wagte, das sei doch eine glatte Lüge, denn der Wortbedeutung nach seien Immobilien ja unbeweglich, was wohl jeder wisse, da sagte der sumpfeulenhafte Werbedepp triumphierend: „Stimmt! Das ist eine offensichtliche Lüge!“ Aber sie träfe sehr wohl den Nagel auf den Kopf, denn nirgendwo sonst werde doch so viel beschönigt, verschleiert, gelogen und betrogen wie ausgerechnet in der Immobilienbranche. Da werde z.B. in einer Annonce eine völlig baufällige und zugelärmte Bruchbude in der Einflugschneise des Flughafens schon mal als „Liebhaberresidenz für Hobby-Handwerker, mit günstiger Verkehrsanbindung ans internationale Luftverkehrsnetz“ ausgewiesen und eine dunkle Erdgeschosswohnung als „schattig“ und „in lebhafter Umgebung“ gelegen gepriesen, wenn es sich um eine Adresse an einer sechsspurigen und ebenfalls recht lauten Schnellstraße handelt. So könne man mit einer Lüge durchaus auch die Wahrheit verkünden. Das sei paradox und in dieser Paradoxität kreativ und originell, was seine Kunden in Braunschweig sehr wohl zu schätzen wüssten, nur eben die „Gnome von Zürich“ nicht.

Manchmal wird die Wahrheit allerdings auch aus geografischer Unkenntnis etwas gedehnt. Liegt Marokko in Europa? Eigentlich nicht, für den Besitzer eines mediterranen Imbiss-Grills auf dem Kölner Alter Markt allerdings fälschlicherweise schon. Der gute Mann bietet nämlich als „Menü“ zur derzeitigen Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und in Österreich in seinem Etablissement auf dem Kölner Alter Markt nicht etwa Käse-Fondue und Kaiserschmarrn an wie die meisten anderen Gastronomen in seiner Nachbarschaft, sondern – halten Sie sich fest! – ausgerechnet ein „Marokkanisches EU-Menü mit pikanter Merguez-Wurst“. Spielt die marrokanische Nationalmannschaft eigentlich bei der EM mit? Mitnichten! War also hier etwa auch der unbeholfene Braunschweiger Werbedepp am Werk? Ist es wirklich kreativ und originell, bei einer Fußball-EM im Alpenland ausgerechnet ein „marokkanisches EM-Menü“ auf die Karte zu setzen? Was sagen eigentlich die knallwachen „Gnome von Zürich“ dazu? Das hätte Herr Bär wirklich zu gerne gewusst, aber nun ja, das Bankgeheimnis, das Bankgeheimnis…

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Bild des Monats

Sonntag, 1. Juni 2008 9:53

“Herr Bär Sie haben eine verschwundene Prinzessin gemalt?”

Bär: “Enä, keine verschwundene, sondern eine verwunschene. Die ist verwunschen, aber nit verschwunden. Dat sieht man doch!”

“Hm, hm, nicht unbedingt, Herr Bär, was ist denn nun das Verwunschene an der Prinzessin?”

Bär: “Dat erklärt gerade auf dem Bild der eine Mann dem anderen. Der sagt: Loor ens, do kütt die verwunschene Prinzessin. Pass bloß op, dat dich die Prinzessin nit küsst, sonst siehst du hinterher aus wie ‘ne Frosch!”

“Aber Herr Bär, das ist doch genau umgekehrt! Die Prinzessin küsst einen Frosch, und der verwandelt sich in einen Prinzen!”

Bär: “Jo? Also, ich han direkt dat Jefühl jehabt, dat mit dem Bild irgendwat nit stimmt!”

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