Beiträge vom Juli, 2008

Ausgabe Nr. 67

Dienstag, 22. Juli 2008 8:40

Bärs Bestatterkritik Der neue Trend: Die Beerdigungsunternehmer werden wieder seriös. Vorreiter einer Abkehr von der Trauerfeier als Teil der Event-Kultur ist Christoph Kuckelkorn, der neuerdings bei der Gestaltung seines Schaufensters auf karnevalesk anmutende künstlerische Verstiegenheiten verzichtet und nur noch ernsthafte fotografische Porträts von sich mit informativen Texten über den Umfang seines Serviceangebots ausstellt. Lediglich eine winzige Ecke ist noch für einen Künstler reserviert, der hier den Entwurf seines „Jackenengels“ präsentiert – das ist ein Engel, der eine aparte hellblaue Jacke trägt. Ein Begleittext verrät, welche spirituelle und sentimentale Bedeutung der Künstler der Jacke beimisst. Der Bestatter-Konkurrent Pütz-Roth hat derweil den Bildhauer Lutz Fritsch zum „Jahreskünstler 2008“ seines Instituts ausgerufen, und der ist wiederum für die streng durchdachte Konzeptualität seines Werks bekannt und käme nie auf die Idee, einem Engel eine Jacke anzuziehen. Wozu auch? Herr Bär sieht das Ganze weniger spirituell, sondern praktisch: Das Leichenhemd reicht als Bekleidung für die Einäscherung völlig aus. Und als Engel friert man sowieso nicht.

Es behaupte niemand, mit der Deutschen Bahn zu fahren sei langweilig. Wer von Köln nach Aachen fährt, der bekommt nämlich unterwegs eine Denksportaufgabe gestellt. Warum heißt der Bahnhof von Eschweiler „Eschweiler Hbf“, obwohl Eschweiler nur einen einzigen Bahnhof hat?
An einer Straßenkreuzung in Köln-Ehrenfeld gibt es schon seit geraumer Zeit drei türkische Döner-Restaurants, und mit einer gewissen unternehmerischen Risikobereitschaft hat dort einer kürzlich noch einen vierten Döner-Imbiss aufgemacht. Direkt daneben residiert auch noch ein „Asia Snack“, und wer die örtlichen Besitzverhältnisse nicht kennt, der ist einigermaßen erstaunt, mit welch scheinbar rabiaten Methoden der „Asia-Snack“-Betreiber Kunden anzulocken versucht, indem er nämlich seine Speisekarte einfach beim Türken nebenan an den Eingang klebt. Wer also den Döner-Grill betritt, der liest an der Wand neben der Tür „Reis mit Hühnerfleisch und Sojasprossen“ nebst einer Aufzählung weiterer Gerichte, die unzweifelhaft nicht der türkischen, sondern der chinesischen Küche entstammen. Ob es bei ihm außer Döner, Sis Kebap und türkischer Lahmacun-Pizza tatsächlich auch Reis mit Hühnerfleisch nach chinesischer Art gäbe, wollte Herr Bär wissen, und der Büffetier antwortete: Bei ihm nicht, aber beim „Asia Snack“ nebenan. Und wieso er dann dulde, dass der Chinese von nebenan seine Speisekarte bei ihm an die Tür klebe, das sei doch geschäftsschädigend, begehrte Herr Bär weiterhin zu wissen. Nein, das sei schon in Ordnung, antwortete der türkische Imbissbetreiber, er sei ja gleichzeitig auch „der Chinese von nebenan“, denn ihm gehöre ebenso der „Asia-Snack“. Herr Bär dankte für die Auskunft und zog um einiges schlauer vondannen, denn er hatte erstens gelernt, wie die Globalisierung funktioniert und zweitens, wie man mit betriebswirtschaftlichem Kalkül das unternehmerische Risiko absichert, neben drei Döner-Restaurants noch ein viertes zu eröffnen.
Aber wenn man als Deutsche Bahn AG in Eschweiler nur einen einzigen Bahnhof hat, ist es ziemlich affig, ihn aufwerten zu wollen, indem man ihn „Eschweiler Hauptbahnhof“ nennt. Als ob dann tatsächlich mehr Einwohner von Eschweiler als bisher mit der Deutschen Bahn fahren würden. Aber der Hartmut Mehdorn glaubt das wahrscheinlich allen Ernstes.

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Bild des Monats

Dienstag, 1. Juli 2008 13:20

“Herr Bär, Sie haben ein Eisbüdchen gemalt?”
Bär: “Jojo, jetzt im Sommer kommt dat jut an beim Publikum.”

“Aber das blaue Fähnchen links zeigt gar keine Eisreklame!”

Bär: “Dat is eine vermietbare Werbefläche. Wenn ein Speiseeiskonzern auf däm Fähnchen seinen Schriftzug sehen will, muss dä dafür löhnen. Un wenn dä Vertrag ausgelaufen is, übermale ich dat Fähnchen wieder”.

“Und es hat sich noch niemand gemeldet?”

Bär. “Doch, aber kein Speiseeishersteller. Sondern die Deutsche Post. Die wollen ja jetzt überall ihre Postfilialen schließen un da han die bei mir angefragt:Herr Bär, können Se en däm Eisbüdchen nit auch Briefmarken verkaufen? Ävver dat han ich abgelehnt. Nachher kommen alle Postkunden zu mir und beschweren sich, dat dä Briefträger wieder unpünktlich war oder die Briefe verschusselt hat. Darunter würde dat Bild leiden. Deswegen lasse ich dat Fähnchen lieber leer.”

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