Beiträge vom August, 2008

Ausgabe Nr. 68

Dienstag, 19. August 2008 8:20

Womit füllen die Gazetten das Sommerloch auf? Der Berliner Zoo wartet mit einer neuen Attraktion auf. Nach dem Eisbären Knut ist es nun der Ameisenbär Adolpho, der die Herzen des Publikums bewegen und die Kasse klingeln lassen soll. Mehr im Klingelbeutel will auch Wolfgang Huber haben, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, und kündigte allen Ernstes die Gründung von „Kompetenzzentren für Predigtkultur und Gottesdienstqualität“ an. Vielleicht kommen in diesem „Kompetenzzentrum“ die Kirchenmarketing-Spezialisten dort demnächst auf die durchgeknallte Idee, sich einen Ameisenbär als Kirchenmaskottchen anzuschaffen. Die katholische Konkurrenz ist da marketingmäßig schon etwas näher an den Bedürfnissen ihrer Schäfchen. Der notorisch sittenstrenge Kölner Kardinal Meisner biedert sich nämlich bei den Grünen und ihrer Klientel an mit dem Argument, Keuschheit zu üben diene dem Umweltschutz. Ökologie! Da spürt man doch den Puls der Zeit, das ist „angesagt“, dachte man sich im „Kompetenzzentrum“ des Erzbistums Köln. Meisner daher also wörtlich: „Jemand, der die Keuschheit nicht bewahren kann oder der überhaupt sein leibliches und seelisches Leben, also seinen eigenen Mikrokosmos, nicht in Ordnung halten kann – wie will der denn etwas zur Bewahrung des Makrokosmos tun?“ Nun kommt der Kardinal bekanntlich aus dem Osten und mit seinen Auffassungen im Rheinland nicht überall an. Für die eher sinnenfrohen rheinischen Katholiken muss daher als Sympathieträger gleichzeitig der Kölner Prälat Johannes Basgen ins Feld geführt werden, ein passionierter Zigarrenraucher, der mit nicht minder deutlichen Worten gegen das Nichtrauchergesetz und gegen die staatliche Regulierungswut polemisiert: „Demnächst verbieten sie uns auch noch den Weihrauch im Kölner Dom“. Das wäre sicher gut für die Umwelt, d.h. für den Makrokosmus im Meisner’schen Sinne, aber weil es bei den Protestanten eben an Weihrauch mangelt, müssen sie in ihrem „Kompetenzzentrum für Gottesdienstqualität“ darüber nachgrübeln, ob nicht vielleicht gerade wegen eben dieses Weihrauchmangels ihnen die Gottesdienstbesucher wegbleiben. Wahrscheinlich kommen sie dann zu dem Ergebnis, dass anstatt der Anschaffung eines Ameisenbärs als Kirchenmaskottchen der Erwerb eines Weihrauchschwenkers sinnvoller wäre.

Bedingt nützliche Nachhilfe in Geografie bot Uli Hoeneß, der Manager des FC Bayern München. Als nämlich der Spieler Lukas Podolski verlauten ließ, er fühle sich in München nicht wohl und sehne sich zurück nach seiner Heimat in Köln, da konterte Hoeneß, München läge ja nicht auf den Samoa Islands, sondern sei eine „mitteleuropäische Weltstadt“, in der man genauso gut leben könne wie in Köln. Wenn Uli Hoeneß sich da mal nicht irrt. Wahrscheinlich weiß er nicht, dass die Kölner Volksschauspielerin Trude Herr es vorgezogen hatte, ihre letzten Lebensjahre auf den Fidschi-Inseln zu verbringen (die liegen auf dem Google-Satellitenbild gleich neben Samoa), und eben nicht in München, dieser angeblichen „mitteleuropäische Weltstadt“, wie man sie aus den betulichen ZDF-Krimis kennt, wo sich zumeist gruselige Greise in vornehmen Villenvierteln wie München-Bogenhausen tummeln. Ergo: als Kölner zieht man dann doch lieber in die Südsee. Außerdem liegt München auf dem Google-Satellitenbild rechts vom Rhein, d.h. aus Kölner Sicht auf der „Schäl Sick“, der schielenden Seite, auf der die Bajuwaren bekanntlich noch in feuchten Felshöhlen hockten, als man in Köln vor 2000 Jahren schon eine römische Fußbodenheizung kannte.

Bliebe noch der Tankstellenräuber Daniel A. zu erwähnen, der sich in falsch verstandener Noblesse immer von einem Chauffeur namens Heinz-Josef. L. zu seinen Tatorten vorfahren ließ und dort wegen seiner ausgesuchten Höflichkeit auffiel. Er soll nämlich immer „bitte“ gesagt haben, als er den Inhalt der Kasse begehrte. Er sei „aus gutem Hause“ und im Moment nur etwas klamm, gab Daniel A. in der Gerichtsverhandlung über seine guten Manieren und den Grund seiner Raubzüge zu Protokoll. Sein Chauffeur Heinz-Josef L. fiel im Gerichtssaal aus allen Wolken, als er wegen Beihilfe verknackt werden sollte. „Ich wusste doch nicht, dass das strafbar ist“, verteidigte er sich, blitzte damit allerdings aber beim Richter ab: „Sie sind wohl um keine Ausrede verlegen!“

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Bild des Monats

Freitag, 1. August 2008 8:20

“Herr Bär, was soll das denn? Dieses Bild heißt ‘Bei Lichte besehen’. Wieso nennen Sie es nicht einfach ‘Frau mit Hund’?

Bär: “Enä, dat wör jo en saublöde Idee. Man sieht doch, wat da drauf is. Dat muss dä Titel doch nit auch noch beschreiben. Nachher meinen die Leute noch, ich würde sie für doof halten, dat die nit erkennen können, dat dat ne Frau mit nem Hungk is…”

“Und was soll der Titel nun ausdrücken?”

Bär: “Dat Zufallsprinzip. Ich schreibe die Titel auf, wie sie mir gerade einfallen, und anschließend male ich dat Bild, und dat kritt dann den ersten Titel vepasst, den ich auf meiner Liste notiert habe. Dat nächste Bild zum Beispiel wird ‘Der Held der Stunde heißen’, un ich weiß jetzt noch janit, wat da drauf sein wird.”

“In unserem Zeitalter der Diskurs-Kunst haben Sie dafür bestimmt auch eine konzeptuelle Begründung?”

Bär: “Ja, klar, sowat musste heute als Künstler unbedingt mitliefern…. Der symbolistische Dichter Stephane Mallarmé hat mal jesacht: ‘Niemals wird ein Würfelwurf den Zufall abschaffen.’

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