Beiträge vom September, 2008

Ausgabe Nr. 71

Montag, 22. September 2008 14:30


Wenn eine Partei einen Putsch gegen eine ihrer prominentesten Führungskräfte inszeniert, kann sie es damit schaffen, wochenlang die Schlagzeilen zu beherrschen, so wie derzeit die SPD mit der Steinmeier-Kandidatur, dem Münte-Comeback und dem Beck-Desaster die Medien beherrscht. Das wurmt natürlich die politische Konkurrenz, und was macht also die CDU? Resigniert sie etwa? Mitnichten! Nein, Sie denkt sich, denn putschen wir eben auch mal einen unserer Politiker weg. Dann stehen wir auch wieder mal in der Zeitung. Aber wen nehmen wir? Am besten einen, der im Ruf steht, so herrlich provinziell zu sein und in Berlin überhaupt nicht zu recht zu kommen. So traf es denn ausgerechnet den bisherigen Berliner CDU-Fraktionsvorsitzenden Friedbert Pflüger, der im Berliner Wahlkampf schon mal erzählt hat, wie toll es in Hannover ist und also bestens prädestiniert zu sein schien als parteiinternes Putschopfer. Pflüger wurde also soeben eiskalt als Berliner Fraktionsvorsitzender abgewählt, was aber außer der Berliner Lokalpresse niemand mit Schlagzeilen bedachte, denn erstens kennt diesen Friedbert Pflüger außerhalb Berlins keine Sau, und zweitens interessiert sich deswegen außerhalb Berlins auch keine Sau dafür, ob er abgewählt wird oder nicht. Etwas schlauer in Sachen Medienstrategie stellte sich dann immerhin die bayerische Schwesterpartei an mit Günter Becksteins Geleitwort zum Münchener Oktoberfest, nach dem Genuss von zwei Litern Bier könne man noch getrost Auto fahren – was in der Vergangenheit schon der eine oder andere trinkfeste CSU-Politiker versucht hat in der Praxis auszuprobieren. Freilich endete dann so mancher christsoziale Selbstversuch in Sachen automobilem Vollrausch an der Leitplanke, im Straßenrand oder am Alleebaum und anschließend punktemäßig in Flensburg. Vielleicht wäre Friedbert Pflüger endlich auch mal in die bundesweite Presse gekommen, wenn er dreist behauptet hätte, man könne auch nach dem Genuss von drei Litern Bier noch Auto fahren – nur hätte die Sache einen Haken gehabt: Keiner hätte geglaubt glaubt, dass ausgerechnet Friedbert Pflüger drei Liter Bier vertragen könnte.

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Bärs Bildwelt

Dienstag, 16. September 2008 9:44

“Herr Bär, was spielt der Mann da links im Bild auf seinem Akkordeon?”

Bär: “Mozarts kleine Nachtmusik”.

“Mozart auf dem Akkordeon?”

Bär. “Jojo, woröm dann nit? Allerdings übt der dat doch. Aber aus der Entfernung hört man dat nit so jenau. Aber wenn ich einen Standpunkt des Betrachters wat näher an däm Musiker jewählt hätte, dann könnte man jenau hören, dat der immer bei A-Dur den Ton nit richtig trifft. Kann auch sein, dat an däm Quetschebüggel die Taste met däm A-Dur kapott is. Dat Akkordeon hätt dä sich nämlich auf dem Flohmarkt jekauft…”

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Ausgabe Nr. 70 - Schweiz Special

Donnerstag, 4. September 2008 9:26

Bär aktuell Schweiz Special Wer auf dem Flughafen von Genf ankommt, den erwarten an den Wänden des Flughafengebäudes ausschließlich Reklametafeln, die für Banken und für Uhren werben. Nur Banken und Uhren! Sonst nichts. Fährt man dann froher Erwartung in die Stadt, trifft man hauptsächlich auf – richtig geraten – Banken und Uhrengeschäfte. Manche Uhrenläden haben indes noch nicht einmal Preisschildchen in ihren Schaufenstern, weil die Uhren so teuer sind, dass sie sich ohnehin nur jenes Publikum leisten kann, das auch die Banken umwerben: zwielichtige Waffenhändler und neureiche russische Oligarchen. Dubiose Waffenschieber erkennt man im Stadtbild an der verspiegelten Sonnenbrille, und die zu rasch und vermutlich auf unredliche Weise zu Geld gekommenen russischen Oligarchen an ihrer obligatorischen Wodkafahne und ihren protzigen Manieren. Deutsche Steuerflüchtlinge, die das Geld für den Parkscheinautomaten sparen wollen, parken deppenhafterweise direkt auf dem Kundenparkplatz vor der Filiale der Deutschen Bank am Place des Bergues, nicht ahnend, dass hier immer ein paar getarnte BND-Agenten herumlungern, die sich die Kennzeichen deutscher Autos aufschreiben. Der deppenhafte Steuerflüchtling, den die Schweizer Presse beharrlich als „Steuerzahler“ bezeichnet, weil er ja in der Schweiz Steuern zahlt, nur in Deutschland eben nicht, hält den BND-Agenten für einen Zivilpolizisten, der Parkverbots-Strafmandate verteilt und ruft ihm zu: „Ich parke hier nur fünf Minuten, bin gleich wieder weg!“ Er hätte ihm auch zurufen können: „Das hier ist ein Kundenparkplatz und ich bin Kunde bei der Deutschen Bank!“ Aber das wäre wohl zu indiskret gewesen, schließlich muss das ja nicht jeder mitkriegen… Es kriegt aber zumindest der BND mit, und die BND-Agenten vor den Bankfilialen tragen übrigens alle verspiegelte Sonnenbrillen und eine Wodkafahne vor sich her, und wenn man sie fragt, als was sie sich getarnt haben, dann antworten sie: „Als zwielichtiger russischer Waffenschieber“. Wenn der deppenhafte Steuerflüchtling aus der Bank kommt, freut er sich, dass er keinen Strafzettel an der Windschutzscheibe hat, in seiner Torheit nicht ahnend, dass er auf dem Kundenparkplatz ohnehin kein Knöllchen bekommen hätte, aber irgendwie hat er doch das Gefühl, man habe ihn bei etwas Verbotenem ertappt. Er fühlt sich so ähnlich, als ob er gerade aus dem Pornoladen kommt und die Nachbarn sehen ihn. Es gibt übrigens auch Schokoladengeschäfte in Genf, und dort bieten sie putzigerweise Schokoriegel in Form eines Goldbarrens an. Ansonsten gibt’s in Genf an Devotionalien Plüsch-Hunde in der Form eines Bernhardiners, die auch alle „Bernhard“ heißen, und der Hl. Bernhard hätte es sich wohl nicht träumen lassen, dass er eines Tages als Schutzpatron der Steuerzahler herhalten muss. Und wie lautete die Schlagzeile auf der Titelseite der „Berner Zeitung“ vom 30. August 2008: „Die Kassen quillen über“.

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Ausgabe Nr. 69

Mittwoch, 3. September 2008 9:25

Bärs Bestatterkritik  Was bietet die rheinische Bestatterszene im Herbst? Wird in den lokalen Beerdigungsinstituten immer nur der Trauermarsch geblasen? Mitnichten! Jetzt wird vielmehr munter der trüben Herbststimmung getrotzt, denn der 11.11. ist nicht mehr weit. Den Auftakt macht das „Haus der menschlichen Begleitung“ Pütz-Roth in Bergisch Gladbach und lädt für den 10. Sept. 2008 ein zur „Kölsch-Bergischen Revue“. U.a. mit dem wunderbaren Krätzjensänger-Duo „Sakko Colonia“, dem bewährten Karnevalisten Willi Armbrüster und anderen Spitzenkräften des regionalen Narrentreibens. Weiter geht’s am 13. September 2008 mit dem „Tag der offenen Tür“ beim Bestattermeister Christoph Kuckelkorn, der auf seiner Internetseite unter „Sonstige Ehrenämter“ angibt, dass er Vizepräsident des Festkomitees Kölner Karneval und Leiter des Rosenmontagszuges ist. Bei soviel Frohsinn will als Dritter im Bunde auch das Kölner Bestattungshaus Pilartz unbedingt mithalten können: Es hat sich für den 31. Oktober 2008 die Trauerhalle auf dem Friedhof Melaten reservieren lassen und lässt dort die Kabarettisten Rainer Pause und Martin Stankowski den „Tod im Rheinland“ aufführen – als „unterhaltsames Stück über Bestattungskultur von der Römerzeit bis zur Gegenwart“. Bär findet: Wenn man das Leben nicht so ernst nimmt, kann man wohl auch den Tod hinweg lachen…

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Bild des Monats

Dienstag, 2. September 2008 9:47

“Herr Bär, Sie haben eine Harfenspielerin gemalt?”

Bär: “Jojo, ich hätte ja stattdessen auch ‘ne Tröötemann malen können. Ävver dann hätten sich die Nachbarn beschwert, über dat laute Getröte vun däm. Da is ‘ne Harfe schon wat dezenter…”

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