Beiträge vom November, 2008

Ausgabe Nr. 75

Samstag, 29. November 2008 9:50

“Hm, hm, Herr Bär… Jetzt schon ein Jahresrückblick? Ist das nicht ein bisschen früh?”

Bär: “Enä, dä ALDI hätt jo och schon em August Weihnachtsjebäck verkauft!”

Deppen-Ranking Alljährlich, wenn im heimischen Wohnzimmer das Tannengrün des Adventskranzes einen Hauch von Waldesluft verströmt, zwischen den Regalen der Supermärkte das Aroma von künstlichem Marzipanaroma wabert und der garstige Kinderschreck Hans Muff drohend seine Rute schwingt, dann überkommt auch Herrn Bär die Besinnlichkeit, und er sinniert über die größten Fehlleistungen des zu Ende gehenden Jahres nach. Seit Jahren führt gewiss nicht zu Unrecht der Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn die „bär aktuell“-Liste derjenigen an, die in höchstem Maße irrlichternd durchs öffentliche Leben geistern. Auch diesmal reichte die Mehdornsche Verblendung wieder für Platz 1, als er bekundete, er sei „irritiert“, als man ihm zumutete, er solle doch freiwillig auf seine Bonuszahlungen verzichten, und dies just zu einer Zeit, als seine Bahnkunden am „Info-Point“ des Frankfurter Hauptbahnhofs die fröhliche Auskunft bekamen, „Keine Sorge, Ihr ICE fährt pünktlich, der muss heute nicht in die Werkstatt“, dann jedoch stundenlang auf einem zugig-kalten und überfüllten Bahnsteig ausharren mussten, weil nämlich weit und breit kein ICE zu sehen war, da dieser der Auskunft zum Trotz dennoch in der Werkstatt war und Herrn Bär die böse Ahnung beschlich, dass Hartmut Mehdorn sich die alberne anglizistische Bezeichnung „Info Point“ nur deswegen ausgedacht hat, damit falsch informiertes Auskunftspersonal die genervten Bahnkunden durch eben solche falsche Auskünfte gründlich verhöhnen kann. Ebenfalls ziemlich unangefochten auf Platz 2 finden wir Josef Ackermann, der die „Gerechtigkeitsdebatte“ um die feinsinnige Vokabel „Leistungsgerechtigkeit“ nebst einer Forderung nach „angemessener“ Entlohnung für Seinesgleichen zu bereichern trachtete. Nähme man Ackermann wirklich ernst, müsste z.B. Hartmut Mehdorn leistungsgerecht seine Nächte nicht in der Dienstvilla, sondern auf dem Feldbett bei der Bahnhofsmission verbringen. Noch ärger träfe eine wirklich leistungsgerechte Entlohnung die Deppen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW (Platz 3) die „irrtümlich“ noch schnell 300 Mill. Euro an die Lehman Brothers Bank (Platz 4) überwiesen hatten, als diese schon längst pleite war. Wahrscheinlich bilden sich diese einfältigen KfW-Zausel ein, was soll’s, das ist ja bloß virtuelles Geld, für deren Realwert letztlich der Steuerzahler einstehen muss, darunter eben auch Herr Bär mit seinem Sparschwein. Das geht aber volkswirtschaftlich nur so lange gut, wie nicht auch noch der Steuerzahler, also Herr Bär, den Inhalt seines Sparschweins durch den massenhaften Ankauf von Wundertüten verjuxt, mit dessen tandigem Inhalt (Gummipüppchen, Kinderschmuck aus Blech etc.) man sicherlich keine Bank retten könnte. Die Zeiten, als man bei amerikanischen Eingeborenen Glasperlen oder Feuerwasser gegen getrocknetes Büffelfleisch eintauschen konnte, sind jedenfalls schon lange vorbei, und selbst in der Wall Street fallen die kindischen Bankiers nicht mehr auf die Glasperlen herein, die sie von faulen Kreditkunden als „Sicherheit“ angeboten bekommen. Als die leichtsinnigen Gebräuche der Zocker und Gauner in der Finanzwelt von den Medien gar zur „Krise des Kapitalismus“ stilisiert wurden, hätte man eigentlich erwartet, das nun Guido Westerwelle mutig in seine Paraderolle als Gralshüter der freien Marktwirtschaft schlüpft und gegen die drohende „Verstaatlichung der Banken“ ankämpft wie Don Quichotte gegen die Windmühlenflügel. Doch nicht dergleichen geschah. Wo war eigentlich Westerwelle die ganze Zeit? Einfach abgetaucht. Unglaublich! Irgendwie hört man nichts mehr von dem. Für die versäumte freidemokratische Don Quichotterie gibt’s immerhin Platz 5. Nicht die Rettung des globalen Bankenwesens, wohl aber die Rettung der Welt, zumindest jene Hessens, hatte sich Andrea Ypsilanti vorgenommen und dabei idealistisches Sendungsbewusstsein und schnöde Machtgier gehörig durcheinandergebracht. Für ihre ignorante Unterschätzung der publikumswirksam zur „Gewissensnot“ hochstilisierten persönlichen Mimosenhaftigkeit bei der Postenverteilung zu kurz gekommener innerparteilicher Gegner gebührt ihr Platz 6. Und Platz 7? Richtig geraten, der geht an Ronald Pofalla, der schon allein in seinem schlecht sitzenden Anzug einen Hauch von Komik verbreitet, wenn er in der „Tagesschau“ vor dem Mikrofon eines Reporters auftaucht, und geradezu brüllend komisch wird es dann recht, wenn Pofalla schließlich auch noch den Mund aufmacht und irgendwas Dämliches sagt. Manchmal glaubt Herr Bär, das sei überhaupt nicht der Pofalla, sondern der Kabarettist Matthias Richling, der beim Imitieren des Herrn Pofalla diesmal gehörig übertreibt. Doch weit gefehlt, das ist nicht Matthias Richling, sondern der Pofalla parodiert sich selbst, und darauf muss man wirklich erst einmal kommen. Ist das originell? Bringt das die ersehnte Farbe in den notorisch stinklangweiligen Polit-Alltag? Nicht unbedingt. Denn wenn allenthalben darüber geklagt wird, sowohl in der Politik wie im Profifußball fehle es an „Typen mit Ecken und Kanten“, denkt wirklich niemand daran, dass ausgerechnet Roland Pofalla hier Abhilfe schaffen könnte.

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Ausgabe Nr. 74

Dienstag, 11. November 2008 9:46

Dies ist die wahre Geschichte von einem tölpelhaften Einbrecher, der über eine hohe Mauer geklettert und in einen Getränkemarkt eingebrochen war, nicht etwa, um dort Getränkeflaschen zu stehlen, sondern Pfandflaschen. Wahrscheinlich dachte er sich, leere Pfandflaschen sind leichter als volle Bier- oder Colaflaschen, da hat man nicht so viel zu schleppen. Beim Herunterspringen von der Mauer verstauchte er sich jedoch den Knöchel. Er kam daher nicht mehr über die hohe Mauer zurück, und erst jetzt fiel ihm auf, dass er gar nicht darüber nachgedacht hatte, wie er überhaupt so viele Pfandflaschen über die hohe Mauer hätte schaffen können, dass sich der Einbruch für ihn gelohnt hätte. Von seinem Handy aus rief er dreist die Polizei an, er hätte sich im Getränkemarkt verlaufen, sei versehentlich eingeschlossen worden und er hätte sich dann beim Herumirren den Knöchel verstaucht. Mit dem lädierten Knöchel käme er aber jetzt nicht über die Mauer, man möge doch dafür sorgen, dass ihm die Tür des Getränkemarkts aufgeschlossen würde, und es wäre gut, wenn auch noch der Notarzt vorbei käme, um nach seinem verletzten Knöchel zu sehen. Die Polizei hielt dies zunächst für einen Scherz, denn so dumm könne ja wohl kein Einbrecher sein. Und falls es kein Scherz war, dann könnte man getrost erst noch andere und dringende Polizeieinsätze erledigen, denn wenn es sich bei dem Anrufer um einen Einbrecher handeln würde, dann dass saß der ja erstmal im Getränkemarkt fest. Nach zwanzig Minuten wurde dem Einbrecher die Zeit zu lang, er rief erneut bei der Polizei an und beschwerte sich, wie lange das denn dauern würde…

Man ließ ihn nach der polizeilichen Vernehmung wieder auf freiem Fuß, der inzwischen notärztlich versorgt worden war und begründete die Verschonung vor der Untersuchungshaft mit dem Argument, es bestünde ja wohl keine Fluchtgefahr, mit dem lädierten Knöchel. Doch sobald der Knöchel abgeschwollen war, ging der Mann erneut auf Diebestour, und diesmal dachte er sich: Pfandflaschen klauen zu wollen bringt nichts. Stattdessen entschloss er sich, lieber einen Altkleidercontainer zu plündern und die erbeuteten Kleider an einen Second-Hand-Laden  zu verscherbeln. Der Mann beugte sich weit durch die Öffnung, durch die man normalerweise die Kleider hineinwirft, in den Container hinein; er verlor dabei den Halt und fiel in den Container! Und jetzt kommt der Höhepunkt der Geschichte, von der man nicht glaubt, dass sie sich so tatsächlich zugetragen hat, aber sie ist wahr, denn sie war kürzlich in der Boulevardpresse zu lesen: Der Dieb kam nicht mehr durch das enge Öffnungsloch aus dem Container hinaus! Er rief also per Handy die Polizei an, er habe sich in den Container schlafen gelegt, und jetzt käme er nicht mehr hinaus, man möge ihn befreien… Die Polizei ließ sich erneut Zeit, denn falls das ein Altkleiderdieb war, dann saß er ja jetzt im Container fest, und man konnte erst einmal dringendere Einsätze erledigen… Nach zwanzig Minuten rief er erneut bei der Polizei an, wie lange das denn noch dauern würde… nein, diesmal bräuchte er keinen Notarzt, er sei nämlich weich gefallen, auf die Kleider in dem Container… Man musste den Container aufschweißen, um ihn dort herauszuholen. Im Polizeiverhör gab der Mann an, er wüsste nicht, wie er in den Container habe fallen können, und das solle man ihm erst einmal widerlegen. Als er die Polizeiwache verließ, stellte er fest, dass inzwischen der Akku von seinem Handy leer war, und er bildete sich ein, da habe er ja wohl bis jetzt noch immer richtig Glück gehabt, dass sein Handy einwandfrei funktionierte.

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Bild des Monats

Samstag, 1. November 2008 9:34

“Herr Bär, was macht der einsame Güterwaggon dort auf dem ehemaligen Ehrenfelder Verschiebebahnhof?”


Bär: “Do hätt dä Vorstand der Deutschen Bahn seine Bonuszahlungen drin versteckt. Die han Angst, dat Jeld op de Bank zu bringen. Man weiß ja heute bei denne Banken nie, ob dat Jeld dann nit fott is.”


“Aber auf einem Verschiebebahnhof? D
a denkt natürlich jeder, die würden das Geld verschieben! Die Manager haben doch alle einen so schlechten Ruf!”

Bär. “Enä! Dä Verschiebebahnhof is doch längst stilljelegt. Da kannste nix mehr verschieben!”

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