Ausgabe Nr. 76

Herr Bär, erzählen Sie doch mal Ihren Lieblingswitz zu Weihnachten!

Bär: Tünnes und Schäl stehen am Rheinufer und schauen einem Tankschiff zu. Es trägt am Bug den Namen der Firma “Shell”. Darauf Tünnes: “Schäl, loor ens, wie blöd die do dinge Name jeschrivve han”. Frohes Fest, Jürgen Raap und Karl-Josef Bär

Rauchertipps mit Helmut Schmidt und Kaffeetrinken bei den Merkels Muss man in Hamburg bei dieser Winterkälte zitternd und bibbernd vor der Kneipentüre ausharren, wenn man dem Tabakgenuss frönen will in Zeiten eines mehr oder weniger sittenstreng durchgesetzten Rauchverbots in öffentlichen Räumen? Aber nein, denn Altkanzler Helmut Schmidt empfiehlt Hamburg-Besuchern eine Einkehr ins „Hotel Atlantic“, weil man „da rauchen“ dürfe, und molligwarm ist es im Winter im „Atlantic“ auch. Man muss auch niemanden fragen, wo der Zigarettenautomat steht (in den meisten Kneipen früher jedenfalls, als man dort noch rauchen durfte, vor dem Klo), sondern man raunt einfach einem Pagen zu, er möge doch eine Packung der Marke… herbeischaffen, und zwar in jenem verschwörerischen Ton, wie man sich sonst nur in gewissen verrufenen Lokalitäten an einen dort demonstrativ cool Herumstehenden heranmacht, von dem man glaubt, er böte nicht nur Maulaffen feil, sondern auch verbotene Betäubungsmittel. Doch nicht überall, wo man rauchen  darf, steht ein beflissener Hotelboy bereit wie im Hamburger Hotel „Atlantic“, wenn Altkanzler Schmidt dort ein TV-Interview gibt und den Kameraleuten gehörig die Linse vollqualmt, so dass sich jüngst in Köln-Finkenberg ein juveniles Trio im Alter von 14, 16 und 18 Jahren bemüßigt fühlte, sich ihre Zigaretten per Einbruchdiebstahl in einem Drogeriemarkt zu besorgen. Wer sich über diese Form von Beschaffungskriminalität im Zeitalter des Rauchverbots wundert, der gebe bei „Wikipedia“ den Suchbegriff „Köln-Finkenberg“ ein, und denn dort bietet bereits der zweite Satz der Abhandlung die wichtige Hintergrundinformation: „Die Hochhaussiedlung gilt als sozialer Brennpunkt“. Ein Milieu, das offensichtlich robuste Naturen prägt und in dem man lernt, das man sich seine Zigaretten selber mitbringen muss und nicht von einem Hotelpagen gebracht bekommt wie im Hamburger „Hotel Atlantic“. Das nach Nikotin verlangende juvenile Trio brach also in einen „Schlecker“-Drogeriemarkt ein und schleppte eine große Packung Windeln ab im irrigen Glauben, es handele sich dabei um Zigaretten-Stangen. Die Boulevardpresse ergoss ihre Häme über den gründlich misslungenen Coup diesmal nicht mit der sonst in solchen  Fällen üblichen Bezeichnung „Deutschlands dümmste Einbrecher“, sondern verpasste ihnen das noch weniger schmeichelhafte Prädikat „Die Windelbubis“, und als solche gehen sie nun für alle Ewigkeit in die Kriminalgeschichte von Köln-Finkenberg ein.

Andere Karrieren führen in der Presse zu anderen Etikettierungen, wie es jüngst Angela Merkel widerfuhr, die von einer großen deutschen Tageszeitung als „Matrone der Mitte“ tituliert wurde. Darunter stellt man sich eher eine akurat frisierte betuliche Hausfrau aus dem gehobenen Bürgertum vor, wie man sie normalerweise nur in Werbespots für Filterkaffee zu sehen bekommt, in gestelzten Worten den aromatischen Duft des Kaffees preisend, den sie gerade aus einer Kaffeekanne mit umgebundenem Tropfenfänger am Kannenhals einschenkt, derweil der Herr Merkel das Bild ästhetisch ein wenig trübt, weil er nämlich in Strickjacke und Filzpantoffeln auf dem Sofa sitzt und gespannt zuschaut, ob seine Gattin beim Einschenken nicht herumkleckert, aber eben genau dafür gibt es ja den Tropfenfänger. Glauben diese Werbedeppen allen Ernstes, die Merkels binden zur sonntäglichen Kuchentafel ihrer Kaffeekanne einen Tropfenfänger um? Der Herr Merkel bildet sich übrigens ein, er werde auf der Straße nicht so schnell erkannt, wenn er sich Prof. Joachim Sauer nennt, aber es passiert ihm dennoch schon mal in der Berliner U-Bahn, dass da einer lauthals fragt: „Ist das nicht dieser Typ aus der Kaffeewerbung, na, der mit der Strickjacke?“ – „Aber nein, der mit der Strickjacke, das war doch Helmut Kohl!“ – Jetzt wissen wir auch, warum der Regisseur des Werbespots den Einfall hatte, dem Herrn Merkel-Darsteller eine Strickjacke zu verpassen… nämlich als subtile Anspielung darauf, Merkels Regierungsstrategie bestünde aus einem Nacheifern ihres früheren politischen Ziehvaters, vor allem, was das Aussitzen von (Konjunktur)problemen betrifft.

Von Kohl hatte das ZDF mal im Jahr darauf dieselbe Neujahransprache noch einmal gesendet, was niemandem aufgefallen war außer Kohl selbst, der sich nicht daran erinnern konnte, ausgerechnet diese eine gestreifte Krawatte bei der Aufzeichnung getragen zu haben. Und woran erkennt Angela Merkel, dass auch bei ihr wieder dieselbe Neujahransprache wie im Vorjahr gesendet wird? An ihrer Frisur! Ganz bitterböse Zungen lästern ja, in jenem Maße, wie der Figaro Udo Walz Fortschritte in seinem beruflichen Können mache und endlich das Haareschneiden beherrsche, habe sich auch die Frisur der Angela Merkel von Jahr zu Jahr verändert. Oder achten Sie bei der Ausstrahlung der Ansprache mal auf den Tropfenfänger am Hals der Kaffeekanne, ob das nicht derselbe vom letzten Jahr ist! Wie oft wechseln die Merkels eigentlich den Tropfenfänger an ihrer Kaffeekanne aus?

Datum: Montag, 22. Dezember 2008 10:01
Themengebiet: Bär Aktuell, Allgemein Trackback: Trackback-URL
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