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Mehr Messe geht nicht

18. April 2013

Ab heute geht sie wieder los - die Art Cologne. Die Vernissage zu dieser “Mutter aller Kunstmessen” wird am Nachmittag staffinden und der Atelier Verlag präsentiert dort als Prämiere - neben der Künstlerzeitschrift “atelier” und der Kunstzeitschrift “kunst:art” die erste Ausgabe der Zeitschrift “kunnst”, mit der neben allen Kunstinteressierten vor allem auch Kunst-Sammler - ob Neueinsteiger oder Interessierte mit kleinem Budget bis hin zu schon erfahrenen Kunstkäufern, jeder wird angesprochen und mit interessanten Informationen über Kunstpräsentationen und Auktionen sowie zu entdeckenden Künstlerinnen und Künstlern versorgt.

Neben dem Pressestand des Atelier Verlags findet man natürlich auf der Art Cologne auch - abgesehen mal von den Galerienkojen - zahlreiche andere Kunstpublikationen, manche auch zum ersten Mal in Köln, der eine oder andere hingegen vielleicht schon zum zwanzigsten Mal.

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, wenn nicht heute zur Vernissage, dann vielleicht in den nächsten vier Tagen bis zum 22. April 2013.

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Einfach genial - aber doch viel nada…?

20. April 2012

Endlich mal ein bisschen über die Art Cologne bummeln, Kunst ansehen und Kunst entdecken, nach Überraschendem suchen, was finden, das Freude macht.

Gefunden habe ich es beim Stand der Galerie Conrads aus Düsseldorf. Die “Lucrezia Borgia” von Jana Gunstheimer ist einfach genial. Eine Bleistiftzeichnung im mittleren Format, die einem Kupferdruck aus dem 18. Jahrhundert nachempfunden und doch fast gänzlich unauffällig verfremdet ist. Wahnsinn, wahnsinnig schön.

Danach wollte ich nichts andres mehr sehen, nada - erstmal.

Nach einer Weile fragte ich mich dann doch, warum ich nichts - wieder nada? - von Oda Jaune oder auch Elodie Pong finden kann. Zu schade, zuviel nada?

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Kunsttablette für Lindner

19. April 2012

Ein ruhiger Tag auf der Art Cologne an diesem Donnerstag. Meine Nachbarn gegenüber an einem anderen Pressestand haben heute eine Led-Schiene angebracht. Da sie auch gestern schon ihren Stand weiter ausgebaut haben, bin ich nun voller gespannter Erwartung, was man morgen Neues dort entdecken kann.

Am Nachmittag kam FDP-Lindner auf die Art Cologne. In großem Pulk wandelte er durch die Hallen; man munkelte, dass er alle seine Wähler mitgebracht habe.

Der Künstler Amos Plaut, Entwickler der “Art-Pille”, einer Tablette im “Spalt”-Design, jedoch mit der Aufschrift “ART”,  ging direkt auf Lindner zu und überreichte ihm eine seiner Pillen mit den Worten: “Kunst hilft bei allen Lebenslagen, möge sie auch Ihnen nützlich sein.”

Wir haben inzwischen auf unserem kleinen Stand eine Flasche Champagner der Marke “Ruinart” geköpft. Den Namen des Champagners sollte man wohlgemerkt möglichst hinreichend französisch aussprechen, sonst läuft man Gefahr, ungewollt auf die falsche Fährte zu gelangen, denn “Ruinart” ist der Hauschampagner der diesjährigen Art Cologne.

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Kunstmesse aktuell - Die Art Cologne 2012 am ersten Tag

19. April 2012

Die Art Cologne hat sich berappelt, das merkt man schon deutlich, wenn man die diesjährige Vernissage gestern, am 17.4.2012 miterlebt hat. Die Gänge waren voll und die Stimmung recht fröhlich und gut.

Der Atelier Verlag hat dort einen Pressestand und ich sitze hier inmitten der Kollegen von anderen Zeitschriften aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA. Merkwürdig, wenn man hier so sitzt, fällt auf, dass ausgerechnet die beiden größten Stände hier im fast abgeschotteten Pressesektor nicht von Kunstzeitschriften befüllt sind, sondern von einem Buchverlag und einem Wald- und Wiesen Kulturorgan aus dem Ruhrgebiet. Die Kunstzeitschriften, die hier eigentlich als Presseerzeugnisse ein Monopol haben sollten, haben nur die ganz kleinen Messestände bei der Presse, obwohl sie die Presse sind. Eine merkwürdig erscheinende Messepolitik.

Merkwürdig verhalten sich auch einige Sponsoren der Art Cologne. So hat die Versicherungsgruppe AXA gestern während der Messevernissage einen Empfang mitten in den Messehallen gegeben, jedoch abgesperrt von dem anderen Trubel mit entsprechenden Bändern. An den Öffnungen stand Kontrollpersonal, wie das so üblich ist. Als Presse wollten wir natürlich sehen, was da los ist. “Haben Sie eine Einladung?” wurden wir gleich am Zugang zum AXA-Empfang misstrauisch gefragt. Nö, hatten wir natürlich nicht, wir sind die Presse und haben uns auch dementsprechend ausgewiesen. Nix da, kein Zutritt. Die Messesponsoren scheuen die Öffentlichkeit. Ob das der Art Cologne wirklich nützt?

Wir werden ein kleines Messetagebuch schreiben bis zum Sonntag, dem 22.4.12; dann ist hier Schluss und dann gehts zur Documenta, aber da natürlich ohne Pressestand.

Übrigens, man kann uns gerne besuchen auf der Art Cologne 2012, in der Halle 11.2. B 43a. Wir freuen uns, bis bald.

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Sparwut statt solide Einsparungen in Köln

14. September 2010

Köln muss sich warm anziehen, will es in Zukunft noch immer als die Kunststadt Deutschlands gelten. Gegenwärtig erleben wir ja, wie das Ruhrgebiet und natürlich vor allem Essen den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ zelebriert und damit nationale und internationale Öffentlichkeit gewinnt, die Köln hätte haben können, wäre man in der Domstadt beim Wettbewerb um diese prestigevolle Ehre nicht so provinziell von Seiten des damaligen Bürgermeisters Schramma und seiner Kulturhauptstadt-Kommission gewesen.

 

Neben Karneval und Kölner Dom kann Köln noch immer im Kunstbereich punkten, sei es mit der Art Cologne, den noch immer zahlreichen Galerien, dem Museum Ludwig und den weiteren Museen in der Stadt, dem Kunstverein und der Artothek. Und natürlich auch mit der Kunst- und Museumsbibliothek in Köln, einer aufgrund der Fülle und des Inhaltes ihres Bestandes einzigartigen Einrichtung in Deutschland. Doch statt damit zu klotzen, was Köln stark macht, schwächt man sich in Köln lieber selbst, spart an falscher Stelle. Die Stadt will nun die Kunst- und Museumsbibliothek schließen, weil sie einfach sparen muss, und das dann dort tut, wo vermeintlich die meisten Menschen es zunächst nicht so richtig merken, eben bei der Kunst und Kultur.

 

Für diese falsche Politik ist auch eine weitere Hiobsbotschaft Beleg, die man wieder nur mit Kopfschütteln und Protest entgegen nehmen kann: ab dem nächsten Jahr (2011) – so hat die Kölner Kulturverwaltung beschlossen – wird der Betriebskostenzuschuss für den Bundesverband Bildender Künstler Köln (BBK-Köln) völlig eingestellt, auch das aus Gründen des Sparzwanges, wie man von Verwaltungsseite vorgibt.

 

Da auch die Kölner Artothek vom Rotstift bedroht ist (wo man immerhin u.a. auch Werke von Polke, Richter und Trockel ausleihen kann), deutet sich ein kunstpolitischer Kahlschlag sonder Gleichen in der einstigen Kunstmetropole an, die sich seinerzeit so gern mit New York gemessen hat.

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Sprachentgleisung

22. April 2008

Die Horrormeldung verlas der Nachrichtensprecher des Deutschlandfunks am 21.4.2008 um 17 Uhr: Die Nationalsozialisten hatten mit der Bücherverbrennung Erfolg!

Vor 75 Jahren, am 10. Mai 1933, war es Goebbels, der lauthals die „Erfolgsmeldung“ verkündete, dass alle Bücher der damals „verfemten“ Autoren den Flammen übergeben worden seien und diese Autoren selbst damit für alle Zeiten aus dem Gedächtnis des deutschen Volkes gelöscht wurden.

Die Meldung im Deutschlandfunk jedoch ist O-Ton Deutscher Kulturrat im Jahr 2008 !

Was damals den Machthabern des NS-Terrorregimes zum Glück eben nicht gelang, das versucht nun im nachhinein der Deutsche Kulturrat als Erfolgsmeldung zu verkaufen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes „zu verkaufen“, denn dem Deutschen Kulturrat geht es nicht um neue Erkenntnisse der Geschichte, sondern um das Erheischen der öffentlichen Aufmerksamkeit für eine Plakataktion zum Jahrestag der Bücherverbrennung vor 75 Jahren. Und statt nun bei der historischen Wahrheit zu bleiben, übernimmt der Deutsche Kulturrat die Propaganda des NS-Regimes, buhlt um die Aufmerksamkeit der Medien mit einer geschichtsklitternden Darstellung .

Tatsache ist: die Bücherverbrennung vom Mai 1933 hat das Ziel der NS-Verbrecher nicht erreicht. Zwar wurden die Bücher verbrannt, aber die Autoren und ihre Werke lebten und leben weiter fort. Viele der damals den Flammen übergebenen Werke sind heute Lektüre im Deutschunterricht, andere gehören zur Weltliteratur.

Der Deutsche Kulturrat schadet mit seiner Sprachentgleisung der Deutschen Kultur und schüttet Öl in das Feuer der NS-Propaganda, die zum Teil auch heute noch lebendig ist. Wer im Namen der Deutschen Kultur ein Verbrechen der NS-Diktatur nachträglich als „nachhaltigen Erfolg“ bezeichnet, der hat der Kultur in diesem Lande einen kaum wiedergutzumachenden Schaden zugefügt.

(Information zur Bücherverbrennung unter www.buecherverbrennung.de Unter www.aktion-patenschaften.de kann die Sammlung aller Werke der verfemten Autoren unterstützt werden).

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ART COLOGNE: Am Nagel aufgehangen

7. November 2007

Selbstmord einer Kunstmesse

Eigentlich wäre Anfang November wieder der Zeitpunkt gewesen, zu dem die altehrwürdige Art Cologne ihre Pforten schließt und mit neuen Besucherrekorden aufwartet. Stattdessen ist es eine Kunstmesse der zweiten Liga, die in diesem Herbst in den Kölner Messehallen zu Ende ging.

Doch nicht diese bis dato frühjährliche „Cologne Fine Art“, die mit der Art Cologne nun den Termin tauschte, war allgemeines Thema, sondern ein „Offener Brief“ der Urheber des desaströsen Messe-Zeitenwechsels: ein paar messemeuchelnde Kölner Galeristen, die zusammen mit Messe-Direktor Gérard Goodrow für die Beschädigung des Messestandortes Köln verantwortlich zeichnen. Fazit dieses „Offenen Briefes“: die Ankündigung der Nichtteilnahme, sollten nicht bestimmte Forderungen von der Art Cologne erfüllt werden.

Wir alle, die Beobachter der aktuellen Kunstszene, werden so gegenwärtig Augenzeugen der Selbstdemontage einer Kunstmesse.

Noch immer bezeichnet sich die Art Cologne selbst zwar als „die bedeutendste Kunstmesse Deutschlands“ – wohlgemerkt: inzwischen aus Selbstbescheidung und Selbsterkenntnis nur Deutschlands! – jedoch diese Messe, die sich auch gern als die „Mutter aller Kunstmessen“ tituliert, ist schwer angeschlagen und ihre Zukunft ungewisser denn je.

Der Grund für das Desaster: selbst errichtete Hürden, über die gestolpert, und selbst gegrabene Gruben, in die hineingefallen wird.

Gegen den Rat aller seriösen Fachkenner der Messe- und Kunstszene hat sich die Art Cologne von ihrem angestammten Termin im Herbst verabschiedet und findet seit 2007 jeweils im Frühling statt. Damit ist der künstlerische Direktor Gérard Goodrow fast sklavisch und aus Mangel eigener kreativer Projektentwicklung einer Forderung nachgekommen, die insbesondere vom Galeristen Christian Nagel und einiger weiterer „Co“-Galeristen und -Innen aufgestellt wurde, die der Ansicht waren, Frühling sei besser als Herbst, weil inzwischen so viele andere Kunstmessen ebenfalls den Herbsttermin für sich gewählt hätten.

Gemeint war aber – insbesondere von Nagel -, dass es für eine Galerie, die sowohl in Berlin als auch in Köln präsent ist, einfach zeitorganisatorisch besser ist, wenn nicht fast gleichzeitig in beiden Städten Kunstmessen stattfinden. Gegen Berlin kam Nagel nicht an, das war ihm schon klar, außerdem war er ja seinerzeit (1995) Mitbegründer des Art Forums Berlin, also der Konkurrenzmesse an der Spree mit Herbsttermin. Köln hingegen war jedoch längst im Begriff, sich kunstpolitisch von Nagel zunächst weich klopfen und dann festnageln zu lassen. Der renommierte Kölnische Kunstverein, der in seiner Nachkriegsgeschichte von so exzellenten Köpfen wie Wulf Herzogenrath und Udo Kittelmann geleitet wurde und Furore gemacht hatte, war das erste Angriffsziel der feindlichen kunstpolitischen Übernahme durch Christian Nagel. Seine beiden Galerie-Assistentinnen Anja Nathan-Dorn und Kathrin Jentjens puschte er als im Grunde überforderte Direktorinnen an die Spitze dieser Institution und gewann dadurch als kommerzieller Galerist entsprechenden Einfluß im nichtkommerziellen Kunstbetrieb der Domstadt, aber auch darüber hinaus.

Gleichzeitig mit diesem Coup sah Galerist Nagel, was alle sahen: dass die Art Cologne dabei war, ihre uneingeschränkte Dominanz in Deutschland aufzugeben und auch international an Bedeutung zu verlieren. Die Zeichen der Zeit, die Event-Kultur, nicht erkennend, und die Global-Player des Kunstmarktes nicht genügend hofierend, hat die Kölner Kunstmesse es nämlich versäumt, eine notwendige Modernisierung des Auftritts und qualitative Innovation in die Wege zu leiten und ist stattdessen in der Selbstüberschätzung der eigenen Einmaligkeit verharrt.

Art-Cologne-Chef Gérard Goodrow folgte leichtsinnig dem Nagelschen Vorschlag zur Terminverschiebung aufs Frühjahr in Dankbarkeit, konnte er doch damit vermeintliche Handlungskompetenz und Führungskraft gegenüber einer zunehmenden Kritikerschar unter Beweis stellen.

Was Goodrow mit der Flucht vor der Messe-Konkurrenz im Herbst in Wahrheit erreichte, war die Zurschaustellung der eigenen Schwäche. Allen Beobachtern, Sammlern und Akteuren auf dem Kunstmarkt wird das bemerkenswerte Schauspiel einer Laienschar vorgeführt, die sich nicht mehr getraut, im Haifischbecken zurück zu beissen, sondern die eher das Becken verlässt, um auf dem sicheren Land dann nach Sauerstoff zu japsen.

Statt der Kunstwelt so das Ergreifen des Hasenpaniers auf gut kölsch zu vermitteln, wäre es vonnöten gewesen, die Art Cologne zu revitalisieren, sich als uneingeschränkte Herrscherin des Herbstes zu präsentieren.

Dazu wären natürlich entscheidende Einschnitte und Änderungen des Messekonzepts erforderlich gewesen. So fragten sich zum Beispiel schon seit Jahren verwunderte Messebesucher, was die „Freunde und Förderer der Kölner Artothek“ auf einer Kunstmesse zu suchen haben. Auch Stände des Frauenmuseums, der Kunstvereine von Köln und Düsseldorf sowie der Michael-Stich-Stiftung und ähnlicher Institutionen sind einfach nur deplatziert. Eine Messekoje des Museums Kolumba ist ebenso entbehrlich, wie vakante Messestände, wie sie zu Hauf im Frühjahr 2007 anzutreffen waren. Die beachtliche „Skulpturenshow“ wurde einem, aktuelle Positionen nur unzureichend vertretenden, „Open Space“ geopfert, statt sie spannungsgeladen entgegen zu setzen.

Die Art Cologne verflacht somit zusehends. Wo seinerzeit – noch im „tristen Herbst“ - mit der fast „sagenhaften“ Halle 5 der Kunstmarkt in Köln boomte und sich lebendig und lebensfroh darstellte, findet nun im „blühenden Frühling“ der Abgesang einer Messe statt, die – statt auf den Putz zu hauen – sich in der Beliebigkeit ebenso wie in Fantasielosigkeit verkriecht.

Es geht bei einem wirkungsvollen Konzept für die Art Cologne schon gar nicht um „klein aber fein“, wie dies nun gerade dieser Tage im Herbst wieder der „Jack in the Box“-Protagonist Nagel fordert, der seinerseits jetzt auch verblüffenderweise Gérard Goodrow als „überfordert“ kennzeichnet, offenbar weil dieser in verspäteter Erkenntnis seines „Fehltritts“ zu weiteren Selbstverstümmelungsaktionen nicht mehr zur Verfügung steht.

Will die Art Cologne wirklich wieder an die Spitze der deutschen Kunstmessen gelangen, muß Köln zunächst beweisen, wie wichtig diese Institution der Stadt wirklich ist. Die fünf Tage, an denen die Art Cologne stattfindet, müssen im Zeichen der Kunst stehen. Da gilt es dann, dass sowohl das Bild der Stadt von dem Event geprägt ist, als auch, dass alle anderen Kultur- und Kunsteinrichtungen in der Domstadt dem Ereignis „dienen“. Die Museen und Kunstorte der rheinischen Metropole können dann den Besuchern aus aller Welt beweisen, wie in Köln in punkto Kunst der Bär brummt. Übrigens hat vor fast zwanzig Jahren schon der damalige Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Galeristen (BVDG), Gerhard Reinz, mit dem Blogautor genau dieses Konzept in einem Gespräch visionär entwickelt.

Seitdem sind viele Herbste, ein Goodrow und ein Nagel über die Messe gezogen, und eine große Zahl namhafter Galerien sind inzwischen weggezogen oder ganz fort geblieben. Selbst der WDR, der Kölner Mediengigant, hat seine Fernsehreportage mit dem bemerkenswerten Titel „Kunst, Kommerz und Klüngel“ so gut wie eingestellt und für RTL, das in Kürze die ehemaligen Rheinhallen der Messe als neues Domizil besetzen wird, ist die Art Cologne höchstens eine Sendeminute wert.

Das Überlebenskonzept benötigt Kooperation und Kreativität, und dann schließlich den Mut, den angestammten Herbsttermin aufs Neue wieder zu besetzen; dies sollte bis Herbst 2010 möglich sein, dem Jahr also, in dem Essen – statt der um diese Ehre vergebens mitbewerbenden Kunststadt Köln - europäische Kulturhauptstadt sein wird.

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Zibeben startet jetzt!

1. Oktober 2007

Das Schwafeln über Kultur und Kunst ist zu einem beliebten gesellschaftlichen Phänomen geworden. Kaum ein anderer Bereich lässt sich offenbar ganz locker fast von jedem, der eine gewisse Mindestanforderung an Schul- und sonstiger Ausbildung genossen hat, bewältigen; so meinen zumindest diejenigen, die dies auch praktizieren.

Die Bundeskanzlerin, jene zu Fleisch gewordene Marienstatue deutscher Provenienz, ließ es sich vor zwei Jahren anläßlich ihrer ersten Regierungserklärung der Großen Koalition nicht nehmen, der staunenden Öffentlichkeit mitzuteilen, dass “Kulturförderung für die Bundesregierung keine Subvention, sondern eine Investition in ein lebenswertes Deutschland ist”.

Innerhalb der Kultur-Schwafel-Rangliste hat sich Frau Merkel, die “Engelsgleiche”, mit einem ihr nicht unbedingt zugetrauten Schwung an die Spitze katapultiert. Dabei sieht sie sich selbst sogar als einen “Kultur-Profi”, denn die ehemalige Sekretärin für “Agitation und Propaganda”bei der FDJ betrachtet sich in der Rückschau als eine “Kulturfunktionärin” - eine verständliche Verharmlosung, ein kleines Valium für die eigene Seele und die der anderen.

Eine Subventionspolitik als Investitionspolitik zu verkaufen, das kann nur jenen gelingen, die Agitation und Propaganda entweder aus dem “FF” oder der “FDJ” beherrschen.

Wer zum Beispiel bestimmte, ausgewählte Kultur-Publikationen subventioniert - andere hingegen nicht -, der investiert wohl kaum in die Zukunft, sondern beschädigt - ganz im Sinne eines staatskapitalistischen Denkens - den freien Wettbewerb innerhalb einer freien und sozialen Marktwirtschaft.

Ein “lebenswertes Deutschland” erfahren so eher nur jene, die in den Segen des staatlich gelenkten Geldregens gelangen, während deren Markt-Konkurrenten mehr damit beschäftigt sind, das “Überleben” in Deutschland zu trainieren.

Es passt auch in diese Begriffsverwirrungsagitation, wenn die gegenwärtige Familienministerin für ihre Politik entsprechende Propagandafilme und ebensolche Zeitungsartikel herstellen lässt, die sie kostenlos an die Redaktionen zur Veröffentlichung verteilt und damit auch das Überleben der freien Journalisten in diesem Deutschland “wertvoller” - im Sinne von “belastender” werden lässt.

Der Spendenskandal, aus dem die Kanzlerin karrieremäßig als Profiteurin hervorgegangen ist, vermag erhellend darüber Auskunft zu geben, wie man in Unionskreisen Subvention und Investition, Original und Fälschung definiert. Das Befördern von Straftaten und die Verdunkelung derselben durch ein in richtig verstandener Ganovenehre versprochenes “Ehrenwort” setzt sich in diesen Tagen zum Beispiel in einer Ausstellung weiter fort, die der CDU-Mann und Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein, Austermann, subventioniert oder besser noch: in die er investiert. Diese Ausstellung zeigt Fälscher-Werke des rechtskräftig verurteilten Kunstfälschers Mrugalla. Die Mrugulla-Ausstellung im Wirtschaftsministerium des nördlichsten Bundeslandes steht bezeichnenderweise auch noch unter dem Subtitel “Mehr Kunst. Mehr Wirtschaft”, ohne zu reflektieren, dass damit der Kunstbegriff und auch der Künstlerberuf verhöhnt wird. Statt in den Schutz des geistigen Eigentums zu investieren - was eine durchaus lohnenswerte Kulturförderung wäre, um ein “lebenswerteres Land” Wirklichkeit werden zu lassen -, werden hier von Staats wegen Diebe und Fälscher subventioniert.

Und ganz aktuell verbrähmt die ehemalige “Kulturfunktionärin” und jetzige Bundeskanzlerin die Eröffnung des Arp-Museums in Remagen mit ihrem Erscheinen. Übrigens: ein Museum, in welchem mehr Arp-Fälschungen und Kopien als Arp-Originale zu bewundern sein sollen.

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Kulturpolitik

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