Sparwut statt solide Einsparungen in Köln

14. September 2010

Köln muss sich warm anziehen, will es in Zukunft noch immer als die Kunststadt Deutschlands gelten. Gegenwärtig erleben wir ja, wie das Ruhrgebiet und natürlich vor allem Essen den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ zelebriert und damit nationale und internationale Öffentlichkeit gewinnt, die Köln hätte haben können, wäre man in der Domstadt beim Wettbewerb um diese prestigevolle Ehre nicht so provinziell von Seiten des damaligen Bürgermeisters Schramma und seiner Kulturhauptstadt-Kommission gewesen.

 

Neben Karneval und Kölner Dom kann Köln noch immer im Kunstbereich punkten, sei es mit der Art Cologne, den noch immer zahlreichen Galerien, dem Museum Ludwig und den weiteren Museen in der Stadt, dem Kunstverein und der Artothek. Und natürlich auch mit der Kunst- und Museumsbibliothek in Köln, einer aufgrund der Fülle und des Inhaltes ihres Bestandes einzigartigen Einrichtung in Deutschland. Doch statt damit zu klotzen, was Köln stark macht, schwächt man sich in Köln lieber selbst, spart an falscher Stelle. Die Stadt will nun die Kunst- und Museumsbibliothek schließen, weil sie einfach sparen muss, und das dann dort tut, wo vermeintlich die meisten Menschen es zunächst nicht so richtig merken, eben bei der Kunst und Kultur.

 

Für diese falsche Politik ist auch eine weitere Hiobsbotschaft Beleg, die man wieder nur mit Kopfschütteln und Protest entgegen nehmen kann: ab dem nächsten Jahr (2011) – so hat die Kölner Kulturverwaltung beschlossen – wird der Betriebskostenzuschuss für den Bundesverband Bildender Künstler Köln (BBK-Köln) völlig eingestellt, auch das aus Gründen des Sparzwanges, wie man von Verwaltungsseite vorgibt.

 

Da auch die Kölner Artothek vom Rotstift bedroht ist (wo man immerhin u.a. auch Werke von Polke, Richter und Trockel ausleihen kann), deutet sich ein kunstpolitischer Kahlschlag sonder Gleichen in der einstigen Kunstmetropole an, die sich seinerzeit so gern mit New York gemessen hat.

Kulturpolitik, Allgemein | Kommentare | Trackback Zum Seitenbeginn springen

Kommentar schreiben

  •  
  •  
  •  

Verfolge neue Kommentare zu diesem Beitrag mit diesem Kommentar-Feed.

Kulturpolitik

Meta